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09Dez

Der Partner der Wirtschaft zu Zeiten von Corona

Seit 1969 gibt es das GARP Bildungszentrum. Die Gründungsidee von 13 Unternehmen und der Industrie- und Handelskammer Esslingen zielte auf „Überbetriebliche Gemeinschaftsausbildung“. Seither hat GARP weit über 10 000 Jugendliche in Metall-, Elektro- , Mechatronik-, Produktdesign- und anderen Berufen ausgebildet. Das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung ist konsequent auf heutige Methoden, interdisziplinäres Teamwork und Digitale Transformation ausgerichtet. Im Laufe der Zeit wurde das Bildungsangebot vielfältig erweitert. GARP bietet seit Jahrzehnten für Fach- und Führungskräfte die „Höhere Berufsbildung“ mit anerkannten IHK-Abschlüssen, wie Industriemeister, Industrietechniker, Elektrofachkräfte, Fachwirte, Betriebswirte, Bilanzbuchhalter oder Personalfachkaufleute, aber ebenso kaufmännische, technische und soziale Lehrgänge. Außerdem führt GARP individuelle Trainings für Beschäftigte von Firmenkunden durch. Angeboten werden auch Berufsorientierung (Haupt- Realschüler, Gymnasiasten), Berufsfachschule und Berufskolleg Technik im Auftrag des Regierungspräsidiums. Schließlich findet auch die Berufsförderung mit Erstausbildung, Umschulung und Nachqualifizierung mit der Arbeitsagentur bei GARP statt. Wie berufliche Bildung und Weiterbildung in Zeiten von Corona funktioniert beziehungsweise wie der Wandel ins Digitale funktioniert hat, darüber berichtet der GARP-Geschäftsführer, Werner Waiblinger, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.

Wie erleben Sie die berufliche Ausbildung in Zeiten von Corona und Digitalisierung?

GARP bildet jährlich hunderte Auszubildende in Metall und Elektroberufen im ersten Lehrjahr aus. Seit 2017 wird intensiv Digitalisierung in der Ausbildung praktiziert. Azubis machen hier sehr gut mit, die Technik klappt, und die Ausbilder „entwickeln“ sich mit. Als eine von zehn „Good-Practice-ÜBAs“ in Deutschlands war GARP 2019 zu Gast bei Anja Karliczek, der Bundesministerium für Bildung und Forschung. Über die Corona-Zeit werden wir später sagen, dass sie uns in die digitalisierte Arbeitswelt katapultiert hat – zum Nutzen aller Beteiligter. Die Plattformen hatten wir bereits, die Tools für die Online-Ausbildung waren in zwei Tagen aufzubauen – Bravo an alle Azubis, Ausbilder und IT! Ab 17. März wurden spannende Erfahrungswerte geschaffen – von Aufbau und Betrieb des Equipments durch Jugendliche selbst bis hin zu alternativen Methoden beim Kommunizieren und Lernen. Diese Werte nutzen wir weiterhin. Das Ausbildungsziel wurde trotz Corona erreicht.

Und wie ist es in Zeiten wie diesen um die berufliche Weiterbildung bestellt?

GARP konnte trotz Krise fast alle Maßnahmen online durchführen – in der Ausbildung und in der Weiterbildung. Leider entfallen seit März fast alle Firmenseminare. Der Umsatz ist im zweiten Quartal um rund 20 Prozent eingebrochen – eine Besserung ist nicht in Sicht. GARP, die Trainer und die Teilnehmer haben wesentlich in der Krise gelernt. Digitalisierung ist überlebensnotwendig geworden. GARP baut die Zukunft mit einem geschickten Mix „Präsenz und Online“.

Wie muss Beschäftigung in Zeiten von Corona und Digitalisierung gefördert werden?

Wenn plötzlich qualifizierte Menschen auf dem Arbeitsmarkt landen, braucht es für viele eine „Baukasten-Qualifizierung für die digitalisierte Arbeitswelt“ (50 Prozent Präsenz und 50 Prozent Online). Fundamental sind: Erstens Kompetenzcheck, zweitens Abbau von Ängsten im Umgang mit Systemen, drittens Fachmodule. Unternehmen investieren zu wenig in die Personalentwicklung, in fetten Jahren wurde viel versäumt. Ohne Anreiz ist es schwer. Politik, Arbeitsagentur und Unternehmen sind stark gefordert.

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